Instruct3D kombiniert Sensordaten und Physikmodelle für besser planbare Metall-3D-Druckprozesse

Foto: Instruct3D

Instruct3D hat mit „Additive Build Intelligence“ eine Plattform vorgestellt, die Prozessüberwachung, physikbasierte Simulation und Datenauswertung für den Metall-3D-Druck zusammenführen soll. Ziel ist es, nicht nur Abweichungen während eines Builds zu erkennen, sondern Fertigungsrisiken bereits vorab abzuschätzen und anschließend belastbare Daten für Verifikation und Prozessoptimierung bereitzustellen.

Die Technologie basiert nach Angaben des Unternehmens auf mehr als 20 Jahren Forschung an der University of Sheffield. Herzstück ist die Softwareplattform AdditiveOS, die mit dem Sensorsystem VertX zusammenarbeitet. VertX erfasst kamerabasierte Prozessdaten, dient jedoch nicht lediglich der klassischen In-situ-Überwachung. Die Messwerte werden mit physikalischen Modellen und historischen Prozessdaten verknüpft, um Zusammenhänge zwischen beobachtetem Bauverhalten, möglichen Defekten und Prozessparametern zu analysieren.

Damit adressiert Instruct3D ein zentrales Problem der additiven Metallfertigung: Komplexe Geometrien lassen sich zwar herstellen, für industrielle Serienanwendungen müssen Prozessstabilität und Bauteilqualität jedoch reproduzierbar nachgewiesen werden. Insbesondere in Luftfahrt, Energie- und Verteidigungsanwendungen spielt die dokumentierte Rückverfolgbarkeit einzelner Builds eine wichtige Rolle.

3Druck.com auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Hinzufügen

„Die additive Metallfertigung braucht nicht noch mehr voneinander losgelöste Daten“, sagt Ben Thomas, Mitgründer von Instruct3D. „Sie braucht intelligente Lösungen, die Hersteller dabei unterstützen, vor, während und nach dem Bauprozess bessere Entscheidungen zu treffen. Bei Additive Build Intelligence geht es darum, Teams die Sicherheit zu geben, hochwertige Bauteile vorhersehbarer zu fertigen, Versuch und Irrtum zu reduzieren und schneller von der Entwicklung in die Produktion überzugehen.“

Nach Unternehmensangaben ist die Plattform bereits auf mehreren Anlagen installiert und wird neben Forschungseinrichtungen auch in industriellen Anwendungen eingesetzt.

Rob Snell, Mitgründer von Instruct3D, sagt: „Kameras sind Teil des Systems, aber sie sind nicht der entscheidende Punkt. Entscheidend ist, was wir mit den Daten machen. Indem wir das gemessene Verhalten während des Bauprozesses mit physikbasierten Vorhersagen und lernenden Workflows verknüpfen, können wir Anwendern helfen, die tatsächlichen materialbezogenen Vorgänge im Bauprozess zu verstehen, anstatt den Prozess lediglich zu beobachten.“

Thomas abschließend: „Unser Ziel ist einfach: Wir wollen erstmals das wahre Potenzial der additiven Metallfertigung erschließen, indem wir jeden Bauprozess vorhersehbarer, besser belegbar und wertvoller machen.“

Auf der ICAM

” href=”https://3druck.com/glossar/icam/” data-wpel-link=”internal”>ICAM 2026 will Instruct3D den Ansatz anhand kostengünstiger, multimodaler Sensorsysteme erläutern. Für die industrielle additive Fertigung liegt der Nutzen vor allem darin, Prozessdaten nicht isoliert zu sammeln, sondern direkt für Parameterentwicklung, Qualitätsnachweis und wiederholbare Produktionsabläufe zu nutzen.

FDM-3D-Drucker für Einsteiger – Übersicht

Links zu Shops sind Affiliate-Links. Für dich entstehen keine Mehrkosten.

Wöchentlicher 3Druck.com Newsletter

Melden Sie sich für den kostenlosen 3Druck.com-Newsletter an – jeden Montag ein kompakter Rückblick auf die wichtigste Woche in der additiven Fertigung.

Wir sind auch bei LinkedIn zu finden. Sie können uns hier folgen!