
HeyGears sammelte auf Kickstarter Geld für die G1X-Serie, ein Desktop-Gerät für Vollfarb-3D-Druck, UV
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Vollfarbige 3D-Drucker kosten bislang meist mehrere zehntausend Euro. Sie bleiben damit Dienstleistern und Industriebetrieben vorbehalten. HeyGears will diese Schwelle senken. Das 2015 gegründete Unternehmen baut seit über einem Jahrzehnt Photopolymer-Systeme, Software und Materialien für professionelle Kunden. Diese Technik überträgt die G1X-Serie auf den Schreibtisch. Der Preis liegt unter 5.000 US-Dollar, umgerechnet rund 4.300 Euro. Das Gerät erreicht laut HeyGears etwa 90 Prozent der Leistung industrieller Systeme zu rund einem Zehntel der Kosten.
Drei Betriebsarten in einem Gehäuse
Die G1X beherrscht drei Betriebsarten: Vollfarb-3D-Druck, UV-Druck in 2D und als 3D-Textur sowie Textildruck. Im Vollfarb-3D-Modus entstehen räumliche Objekte mit Farbverläufen und transparenten Bereichen. Diese transparenten und farbigen Abschnitte lassen sich in einem durchgehenden Druckvorgang verbinden. Der maximale Bauraum misst 420 mal 330 mal 130 Millimeter. Wasserlösliche Materialien stützen dabei den Druck. Das Unternehmen verweist besonders auf hohle oder innenliegende Strukturen, bei denen sich Stützen sonst nur schwer entfernen lassen.
Der UV-Modus arbeitet dagegen auf der Oberfläche und erzeugt Reliefs. Für gute Ergebnisse empfiehlt HeyGears eine Reliefhöhe von 5 Millimetern, technisch möglich sind bis zu 150 Millimeter. Für den Textildruck nutzt die G1X eigene wasserbasierte Tinten. Damit unterstützt sie sowohl True DTF (Direct-to-Film) mit Transferfolie als auch DTG (Direct-to-Garment).
Farbraum und Druckkopf
Beim UV-Druck gibt der Drucker über zehn Millionen Farben bei bis zu 1440 mal 2400 dpi aus. Dafür sitzt ein Druckkopf vom Typ Epson I3200-U1HD im Gerät. Das Tintensystem arbeitet mit acht Kanälen und enthält zusätzlich Light Cyan und Light Magenta. Diese beiden Tinten sollen vor allem helle Töne genauer wiedergeben. HeyGears verweist außerdem auf eine Farbzertifizierung der höchsten Stufe nach G7 Colorspace und beansprucht einen größeren Farbraum als andere Desktop-UV-Drucker.
Drei Materialsysteme
Für die verschiedenen Verfahren nutzt die G1X getrennte Materialsysteme. Die UV-Tinte deckt den 2D- und 3D-Texturdruck ab und haftet laut Hersteller auf mehr als 400 Substraten, darunter Acryl, Holz, Leder, Glas, Metall und Keramik. Das Unternehmen nennt zudem optische Effekte wie holografische und lentikulare Drucke. Für den Vollfarb-3D-Druck kommt ein UV-Harz zum Einsatz, das Modelle ohne nachträgliches Lackieren einfärbt. Die wasserbasierte Tinte schließlich ist für den Textildruck ausgelegt und eignet sich sowohl für DTF-Transferdruck (Direct-to-Film) als auch für DTG-Druck (Direct-to-Garment). Die Tinten tragen nach Angaben von HeyGears Zertifikate nach OEKO-TEX und GREENGUARD Gold.
Geschwindigkeit und Kalibrierung
Das Acht-Kanal-System erlaubt drei Konfigurationen für den UV-Druck. Der schnellste Modus belegt vier Kanäle mit weißer Tinte und soll bis zu zwölfmal schneller drucken als Systeme mit F1080-Druckkopf. Ein mittlerer Modus nutzt zwei Weiß- und zwei Lackkanäle und erreicht laut Hersteller mindestens den sechsfachen Wert. Der Farbmodus mit Light Cyan und Light Magenta kommt auf mindestens die dreifache Geschwindigkeit.
Beim Ausrichten des Druckobjekts arbeiten eine Zeilenkamera, eine Kamera über dem Druckbereich und ein LiDAR-Modul zusammen. Gemeinsam erfassen sie Umriss, Lage, Höhe und Ebenheit des Werkstücks. So soll der Drucker Motive auch auf unterschiedlich dicken Werkstücken genau positionieren und Verzerrungen verringern.
Wartung und Software
Verstopfte Düsen gelten bei Tintensystemen als häufigstes Problem. HeyGears setzt dagegen auf vier Maßnahmen: Ein Rührwerk hält die weiße Tinte in Bewegung, eine Heizung im Druckkopf hält die Viskosität konstant, im Leerlauf startet das Gerät automatische Reinigungszyklen, und bei längeren Pausen versiegelt es den Druckkopf, damit er feucht bleibt. Hinzu kommen drei Reinigungsstufen. Die erste prüft die Düsen und feuchtet sie an, die zweite saugt Tinte für die tägliche Pflege durch, die dritte spült das System mit Reinigungsflüssigkeit. Der Hersteller empfiehlt die tiefe Reinigung beim Wechsel zwischen den Druckverfahren.
Auf der Softwareseite gehören HeyVerse AI und Blueprint Studio zum Paket. Damit lassen sich Modelle aus Text oder Bildern erzeugen sowie 2D-Vorlagen in Texturdrucke umwandeln. Der Drucker ist modular aufgebaut und unterstützt Erweiterungen wie einen Rotationsaufsatz, ein Flachbett, Rolle-zu-Film und eine Resin-Station.
Preise und Kampagne
Jetzt auf Kickstarter den Early-Bird-Preis sichern und über 1.700 US-Dollar, umgerechnet rund 1.460 Euro, gegenüber der unverbindlichen Preisempfehlung sparen. Jetzt dabei sein und eigene Ideen mit der G1X verwirklichen!
Entdecke weitere Druck-Demos auf dem offiziellen YouTube-Kanal von HeyGears.
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